Mein Simikolon Tattoo

Mein Semikolon Tattoo

Ein paar haben es vielleicht über Twitter oder Instagram mitbekommen: Ich habe mich wieder tattoowieren lassen.
Was ich aber kaum öffentlich bis jetzt gezeigt habe, dass es nicht nur eine Motte (in Anlehnung an das Cover zu “Strange the Dreamer”, sondern auch ein Semikolon geworden ist.

Hinter dem Zeichen steckt “The Semicolon Project“, ein Projekt, das Menschen unterstützt, die unter Depressionen, Angststörungen oder dem Borderline Syndrom leiden. “Das tätowierte Symbol steht für einen Satz, den der Autor beenden könnte, aber sich dazu entschieden hat, es nicht zu tun. Dieser Autor bist du – und der Satz ist dein Leben” – das ist die offizielle Bedeutung hinter diesem Zeichen.

Quelle: miss.at

Erst durch meine Recherche für diesen Blogpost habe ich erfahren, dass diese Art von Tattoo auch in der Serie “13 Reasons why” (dt. “Toten Mädchen lügen nicht”) eine Rolle spielt und das Ganze dadurch noch einmal mehr Aufmerksamkeit bekommen hat.

Depressionen oder ähnliche Krankheiten sind nicht unbekannt, aber es wird immer noch mehr darüber geschwiegen als wirklich geredet. Oft darf man sich Sachen anhören wie “Reiß dich zusammen!” oder ähnliches.
Das Semikolon-Tattoo soll jedem Betroffenen wieder Hoffnung und Kraft geben. Und vor allem soll es einen daran erinnern, dass man weiter gemacht hat.

Ich möchte nicht sagen, dass ich es nie leicht hatte. Das wäre eine Lüge. Dennoch begleiten mich dunkle Gedanken seit vielen Jahren. Mal schlimmer und mal besser. Noch oft denke ich an Mobbing Phasen zurück oder an Momente, an denen (mit mir) das gemacht wurde, was ich nicht wollte. Da will ich aber im Moment nicht weiter ins Detail gehen.
Fakt ist, dass diese Zeit mich bis heute begleitet. Ich habe bis heute Probleme mit Situationen oder ungeahnte Hemmungen vor mir unbekannten Situationen. Das lässt sich alles sehr schwer in Worte fassen, denn oft kann ich das alles selbst nicht wirklich erklären.
Ich schaffe es oft – aber nicht immer – mich diesen Hemmungen zu stellen und bin sehr glücklich, wenn es nicht so eintrifft wie ich mir das meist Wochen vorher schon ausmale.

Für mich bedeutet das Semikolon aber auch, dass ich immer weiter gemacht habe. Auch wenn ich nicht wusste wie genau. Damit meine ich den Verlust von meinem Großvater vor fast 10 Jahren. Er war viele Jahre eine Vaterfigur für mich und riss uns allen den Boden unter den Füßen weg.
Als Anfang diesen Jahres meine Tante nach kurzer und schwerer Krankheit verstarb, stand ich wieder da und versuchte jeden um mich herum aufzubauen. Nur ich habe mir keinen Moment der Trauer “gegönnt”. Höchstens bei einem traurigen Song im Auto auf dem Nachhause Weg von Arbeit. Es war eine schwere Zeit (auch wenn viele um mich herum denken, mich hätte das mehr oder minder kalt gelassen) und trotzdem habe ich weiter gemacht.

Warum ich das alles öffentlich erzähle? Weil ich finde, dass man offener darüber reden sollte. Ich verstehe natürlich, wenn das nicht jeder kann. Aber die, die es – wie ich – können sollten dem Rest eine Stimme verleihen.

Jeden Tag wenn ich jetzt in den Spiegel schaue sehe ich ein Symbol, dass mich daran erinnert immer weiter zu machen und immer alles zu geben.

Author Lisa

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